1. Wer ist die SHV?
1. Wer ist die Schweizerische Helsinki Vereinigung (SHV)?
Oberstes Ziel der SHV ist es, die Einhaltung der Grundsätze der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) namentlich im Bereich der „Menschlichen Dimension“, d.h. der Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte, zu beobachten und zu verbreiten.
Die SHV ist politisch und konfessionell neutral. Sie wurde 1977, zwei Jahre nach der Unterzeichnung der Schlussakte der KSZE (heute OSZE) von Helsinki, gegründet als Verein im Sinne von Artikel 60 des schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB). Sie ist mit zahlreichen nationalen Helsinki-Komitees aus andern OSZE-Staaten vernetzt.
Zur Verwirklichung ihrer Ziele sammelt und verbreitet die SHV Informationen über die Achtung der Menschenrechte und die Verwirklichung rechtsstaatlicher und demokratischer Grundsätze. Sie führt Schulungsprogramme zur Förderung dieser Grundsätze in der Praxis durch.
2. Konkrete Tätigkeiten der SHV
Bis zum Fall der Berliner Mauer und der politischen Wende Ende 1989 hat sich die SHV vor allem für die Achtung der Menschenrechte in Osteuropa eingesetzt. Seit der Wende ist sie vermehrt direkt auf lokaler Ebene tätig.
Einmal jährlich führt die SHV in der Schweiz eine Veranstaltung zu einem aktuellen Thema durch. So widmete sie sich 2003 der Situation in Zentralasien, nahm 2004 an der Schweizer Ideenmesse von Think Tanks und NGOs in Zürich teil, befasste sich 2005 mit dem Stabilitätspakt für Südosteuropa und behandelte 2006 die Frage der Menschenrechte im Kampf gegen den Terrorismus. 2007 stand das Thema Menschenhandel zur Diskussion, 2008 wurde die Frage gestellt, ob die internationale Strafgerichtsbarkeit sich für die Durchsetzung der Menschenrechte eigne. 2009 war dem Thema „20 Jahre seit der Wende - wie weiter?“ gewidmet. Im Januar 2011 wurde über das Thema „Politische Polarisierung in Europa und die bürgerliche Mitte“ debattiert. Am 17. Januar 2012 fand die gemeinsame Veranstaltung mit foraus und DODIS zum Thema „Schweizer Diplomatie zwischen Kaltem Krieg und neuer Weltordnung – die Bedeutung der KSZE / OSZE“ statt.
An Seminaren und Schulungskursen für Bürgermeister und Gemeindebehörden aus Ost- und Südosteuropa werden neben grundsätzlichen Fragen aus dem Bereich der OSZE-Verpflichtungen auch solche zu konkreten Aufgaben aufgenommen, die sich den Gemeinden im Zuge der Dezentralisierung und der demokratischen Reorganisation stellen. Dazu gehören beispielsweise eine engere Partizipation der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde, eine effiziente Finanzverwaltung und der Kampf gegen Korruption. Die SHV hilft aber auch mit, über Fragen des Aufbaus von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) als Stützen einer funktionierenden Zivilgesellschaft zu informieren.
Viele Veranstaltungen organisiert die SHV in der Schweiz, um den Teilnehmenden eine direkte Kontaktnahme mit schweizerischen Gemeinden zu ermöglichen. Vermehrt ist sie jedoch auch mit Projekten im Ausland tätig, die teilweise andere Teilnehmerkreise ansprechen. Nach Ungarn, Polen, der Tschechischen Republik und der Slowakei waren bis vor kurzem Bulgarien und Rumänien Schwerpunktländer. In letzter Zeit hat die SHV ihre Tätigkeit auf Staaten des ehemaligen Jugoslawien ausgedehnt. In den vergangenen Jahren hat sich die SHV Projekten der Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus Serbien und Bosnien und Herzegowina gewidmet. Nach dem grossen Erfolg des Jugendseminars 2007 zum Thema „Let’s Start Our Future Today“ in Palic/Vojvodina fand im Juli 2008 ein Folgeseminar zum Thema „Menschenrechte als Grundlage und Schranke der Demokratie“ im Kloster Kappel am Albis mit Jugendlichen aus Serbien und der Schweiz statt. Diese Jugendlichen erarbeiteten auf der Grundlage der diskutierten Themen Programme für die Schulen. Ein erstes solches Projekt wurde von schweizerischen Teilnehmenden 2010 in einem Berner Gymnasium durchgeführt. In Serbien arbeiten einige ehemalige Teilnehmende eng mit andern Jugendlichen zusammen und haben auch Jugendgruppen gegründet. Im Juli 2011 fand ein Jugendseminar mit dem Thema „Our State – Our Society – Our Way?“ in Jajce/Bosnien und Herzegowina statt. Auf Wunsch der Jugendlichen bieten wir vom 13. bis 15. Juli 2012 in Kappel ein Folgeseminar an.
Zur Unterstützung ihrer operationellen Tätigkeit gibt die SHV Broschüren heraus, die sie für ihre Partner übersetzt. Solche Broschüren existieren zu den Themen Demokratie, Föderalismus und Marktwirtschaft. Über die Veranstaltung 2006 „Kampf gegen den Terrorismus und Menschenrechte“ hat sie eine Broschüre mit den Referaten publiziert.
Die SHV verschickt mehrmals im Jahr einen Rundbrief, in dem sie allgemeine Themen aus ihrem Aufgabengebiet aufgreift und über ihre Tätigkeit informiert.
3. Mitglieder und Freunde der SHV
Die SHV hat Mitglieder, die an den Aktivitäten mitwirken und Freunde, die sie finanziell unterstützen und von der Vereinigung über deren verschiedene Aktionen und Projekte auf dem Laufenden gehalten werden.